Artikelformat

Die Krux mit den Browserpasswörtern: Bequemlichkeit oder Sicherheit?

Internet-User kennen die Situation: Zum einen wird einem wieder und wieder empfohlen, für jeden Online-Dienst ein separates Passwort zu verwenden. Zum anderen bieten die gängigen Browser automatisch an, sich diese Passwörter zu merken, um so das Log-in bequem zu gestalten. Wenn nun jemand anderes das Endgerät nutzt, ob nun Smartphone oder PC, hat er direkt Zugriff auf alle Daten – Kinder, die ein Spiel aufrufen, können aus Versehen Waren bestellen, oder Freunde, die nur kurz ein Video anschauen wollten, lesen auf einmal private E-Mails. Die Lösung auf dieses Dilemma hört auf den Namen „Masterpasswort“.



Passwortmanager schaffen praxistaugliche Sicherheit

Niemand ist wirklich in der Lage, Dutzende von verschiedenen Passwörtern für seine Internet-Aktivitäten im Kopf zu behalten. Deshalb behelfen sich viele Menschen damit, ein und dasselbe Passwort für viele Dienste einzutragen. Die andere oft bevorzugte Option: Dem Browser die Arbeit überlassen, denn er merkt sich die Log-in-Daten auf Wunsch von ganz allein. Wesentlich sicherer ist aber die Alternative, einen Passwortmananger einzusetzen. Dieser verwaltet die unterschiedlichen Passwörter.

Er ruft diese allerdings nur ab und trägt sie automatisch in die Formulare ein, wenn Sie direkt zuvor seine Aktivität mit einem Masterpasswort genehmigt haben. Kurzum: Hier schafft eine elegante Softwarelösung die Balance zwischen Bequemlichkeit und Sicherheit im Internet, gerade auch im Zusammenhang mit möglichen Fremdnutzern Ihrer Geräte. Das Fachportal Netzsieger hat die populären Passwortmanager (netzsieger.de/k/passwort-manager) ausgiebig getestet und empfiehlt für Privatpersonen das Programm Dashlane. Dieser Passwortmanager punktet bereits in seiner kostenlosen Basisversion mit hohen Sicherheitsstandards, einfacher Bedienung und durchgängig deutschsprachiger Dokumentation.

Er ist auf alle gängigen Betriebssysteme bei Smartphones und PCs hin optimiert, Dashlane übernimmt im Hintergrund die Arbeit. Sie müssen sich auch bei anderen für gut befundenen Passwortmanagern wie Kaspersky Password Manager oder Keeper Security künftig keine Gedanken mehr darüber machen, dass jemand anders als Sie selbst aus Versehen oder mit Absicht Zugriff auf Ihre persönlichen Daten erhält.

Masterpasswort bedeutet nicht „Ein Passwort für alles“

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt regelmäßig vor der immer noch weit verbreiteten Unsitte, ein Passwort für alle möglichen Zwecke zu nutzen. Durch dieses Prinzip machen Sie es Kriminellen einfach, ein einmal erbeutetes Passwort vielfach zu missbrauchen. Solch ein Passwort ist in Kombination mit der zugehörigen E-Mail-Adresse bares Geld wert oder erlaubt den Zugriff selbst auf sensible Firmendaten. Diese befinden sich in Zeiten von Homeoffice oft auch auf privaten Computern.

Passwortmanager und Masterpasswort machen den entscheidenden Unterschied: Die an sich bequeme und gute Lösung, dem Browser zu gestatten, unterschiedliche Passwörter zulegen und selbstständig einzutragen, wird doppelt abgesichert. Sie kommt nur dann zum Einsatz, wenn Sie durch das einzige Masterpasswort die Erlaubnis dazu erteilen. Unsere dringende Empfehlung lautet deshalb, sich einmal die Zeit zu nehmen, einen Passwortmanager einzurichten.

How-To: Wie deaktiviere ich die automatische Speicherung von Passwörtern im Browser (Chrome & Firefox)

Wer nun Veränderungen vornehmen möchte kann beispielsweise mit der „Absicherung“ des Browsers beginnen und hier alle Passwörter erneuern. Eventuell kann direkt ein Passwortmanager zur Unterstützung installiert werden.

Kurz-Anleitung Chrome „Speichern von Passwörtern deaktivieren“ (für Anwender mit Google-Account):

  1. Chrome-Einstellungen öffnen > zu finden rechts oben, über das „Dreipunkt-Symbol“
  2. Dort findet sich der Punkt (ganz unten) „Erweitert“ > Draufklicken
  3. In diesem Bereich findet sich der Punkt „Passwörter und Formulare“ > Klick auf „Passwörter verwalten“
  4. Deaktivieren Sie mit einem Klick die Option „Speichern von Passwörtern anbieten“

Eine ausführliche Anleitung und weitere Tipps werden von Google bereitgestellt: https://support.google.com/chrome/answer/95606?co=GENIE.Platform%3DDesktop&hl=de

Firefox & Passwörter

Wichtig: FireFox fragt bei jeder Anmeldung mit Passwort, ob das Passwort gespeichert werden soll. Wer dies grundsätzlich einstellen möchte, kann wählen, ob Passwörter, für diese eine Domain, „immer“ oder „nie“ gespeichert werden sollen.

Gespeicherte Passwörter können wie folgt gelöscht werden:

  1. Einstellungen aufrufen (Drei gestapelte Striche oben rechts)
  2. Links in der Menüleiste „Datenschutz & Sicherheit“ auswählen
  3. „Gespeicherte Zugangsdaten“ mit Klick auswählen
  4. Zu löschendes Passwort mit Klick auswählen und „Entfernen“ anklicken.

Auch Firefox stellt ausführliche Anleitungen bereit: https://support.mozilla.org/de/kb/passworter-verwalten-speichern-loeschen-aendern

Autor: Thomas Preuß

Thomas Preuß ist Jahrgang 83 und kommt aus einem kleinen Ort in der wunderschönen Uckermark (Brandenburg). Auch wenn er etwas abseits wohnt, ist er seit dem 56k-Modem im Internet unterwegs und mit Win 3.1 begann die digitale Neugier. Er liebt seine kleine Familie und die Fotografie ist seine Leidenschaft (Instagram.com/preussenlicht) welche er gerne teilt.

Kommentare sind geschlossen.